Tipps zum Sternefotografieren

Infinite Sterne haben mich schon immer fasziniert. Und schon einige Male habe ich versucht sie fotografisch festzuhalten. Die Ergebnisse sind meist ziemlich ernüchternd. Die Bilder nur ein blasses Abbild der faszinierenden Gebilde am Nachthimmel. Doch vor ein paar Tagen gelangen mir ein paar wenige Bilder die einigermaßen gelungen sind. Natürlich sind sie noch nicht mit den Sternenbildern die man in vielen Foren sieht zu vergleichen, aber immerhin.
Was braucht man zum Sternefotografieren? 

  1. Location: Einsame Gegenden, fernab von jeglicher Zivilisation (Auf dem Bild oben kommt das Licht am Horizont von einem Ort der ca. 10km entfernt liegt)
  2. Stabiles Stativ. Gerade bei Langzeitbelichtungen braucht man ein stabiles Stativ damit das Bild nicht verwackelt. Schon geringste Luftstöße können Schwingungen verursachen die dir das Bild versauen.
  3. Kamera. Eine Kamera die sich auf Manuellmodus stellen lässt, und auch bei hohen ISO kein schlimmes Rauschen hat.
  4. Objektiv. Am besten Lichtstark. Ich persöhnlich finde die Weitwinkeligen Bilder am besten (ich habe meine mit einem Sigma 10-22 gemacht) weil man da am meisten Sterne raufkriegt und gleichzeitig auch viel Landschaft.
  5. Einen sternenklaren Abend ohne Bewölkung. Wobei Wolken natürlich auch irgendwie ins Bild eingebaut werden können.
Grundlegendes
Es ist, wie ich oben schon genannt habe, sehr wichtig störende Lichtquellen zu vermeiden. Ich selber ärgere mich über die ganzen Windmühlen, die den Horizont hier mit roten Leuchtkegeln dekorieren und die zahlreichen Scheinwerfer an den Bauernhöfen. Während dem fotografieren sollte man auch nicht irgendwie mit dem Handy rumspielen, und die Taschenlampe macht man auch aus. Auch wenn ihr hinter der Kamera steht! Ich gehe mal davon aus, dass das Geheimnis der Bilder mit den atemberaubenden Milchstraßen absolute Dunkelheit ist, wie es sie nur in wenigen Regionen der Welt gibt, und ganz besonders im hell erleuchteten Europa seltener (-> Wobei mein absolutes Lieblingssternenbild in den Italienischen Dolomiten aufgenommen ist. Dolomiten♥).




Counting Stars

Einstellungen
Hier einmal meine EXIF's: 

  • Canon EOS 50D
  • Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 
  • Blende f4
  • Belichtungzeit 30s / 25s
  • ISO 500
  • Fokus manuell auf unendlich
Vorgangsweise
Meist lässt sich so ein Sternenshooting nicht so weit im vorraus planen, weil das Wetter ja unberechenbar ist. Aber es gibt ja erstmal Wettervorhersagen, und dann kann man das Glück haben, spontan Zeit zu haben um in eine einsame Gegend zu fahren. Ich hatte das Glück das ich in einer einsamen Gegend wohne. Mit diversen Sterngucker Apps kann man dann auch die Position der Milchstraße herausfinden und dann darauf beim fotografieren achten. Ich habe kein Smartphone, und kann euch deshalb keinen Vorschlag geben.
Wenn ihr dann euer Stativ aufgestellt habt, dann gibt es ein Paar Dinge zu beachten:
  • Der Untergrund sollte fest sein, damit das Bild nicht verwackelt
  • Verwendet unbedingt einen Fernauslöser oder die Auslöseverzögerung von 2sek und lasst die Finger von der Kamera beim auslösen oder während der Aufnahme. 
  • Lasst es während der Aufnahme mit der Taschenlampe oder mit dem Handy rumzuspielen
  • Lasst es hinter der Kamera rumzuspringen und rumzulaufen, egal wie kalt es ist
  • Die oben genannten Tipps sind alle für einen Zweck: Damit das Bild scharf wird!
Wenn ihr dann die Kamera aufgestellt habt, und eure Einstellungen gewählt habt, macht ein paar Testbilder und schaut euch die Ergebnisse an. Wenn ihr auf dem Bildschirm keine Sterne sieht, werdet ihr sie auch nicht später am PC finden. Dazu kommt noch, dass das Kameradisplay im Dunkeln sehr hell ist, und man evt. nicht bemerkt das die Bilder sehr unterbelichtet sind ( Ich finde meine Bilder sind alle ein bisschen sehr dunkel geworden).


Sonst noch was? 

  • Nimmt die Bilder in RAW auf, wenn ihr ein Programm habt in dem ihr Rohdaten ordentlich verarbeiten könnt (Lightroom, RAW Therapee etc.). Das eröffnet viel bessere Bearbeitungsmöglichkeiten , die Sterne werden deutlicher und die Farben besser
  • Es gibt so eine mega tolle Formel, mit der man die perfekte Belichtungszeit finden kann! Durch die Erdrotation und die ganzen sonstigen Bewegungen im Weltall, werden die Sterne bei zu langen Belichtungszeiten zu Streifen (Ein Phänomen welches mein Bruder sehr ausgiebig dokumentiert)
    Um dieses verwischen zu vermeiden muss man die passende Belichtungszeit für die Brennweite verwenden. Bei längeren Brennweiten muss man kürzere Zeiten verwenden als bei kurzen.

  • (die Formel gilt leider nur für Vollformat, kann aber gut als Richtlinie für Cropsensoren verwendet werden (ansonsten einfach die Brennweite f mal 1,6  (Bei Canon) oder 1,5 (Bei Nikon) nehmen)

    Das heißt dann t = 420/10*1,6 = 26.25s



    Noch ein letzter Tipp!Verliert euch nicht in technischen Feinheiten! Der Spaß steht doch letztendlich im Vordergrund. Seid kreativ! Versucht etwas neues zu erschaffen. 
    Viel Spaß beim Fotografieren! 

Blöde Nachbarslichter und störende Lichtquelle von hinten

Comments

  1. Woooaah- Dankeschön!! Das möchte ich unbedingt auch einmal probieren!

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  2. Genial! Ich versuche auch immer mal wieder, die Sterne zu Fotografieren doch wenn man in der Großstadt lebt, kann man das vergessen :/
    Dein Bruder mach übrigens auch sehr beeindruckende Fotos!
    Liebe Grüße :)

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  3. Das zweite ist der ABSOLUTE WAHNSINN :o Ich bin ganz perplex wie toll das ist. Fantastisch! Ich versuche das auch ständig, aber jetzt wo ich in einer Großstadt lebe, kann ich das einfach voll vergessen. In nem Buch stand mal der Satz "Selbst eine Kerze, die in 100km Entfernung brennt, verändert unsere Sicht auf die Sterne" Ich glaube vor allem beim Fotografieren, ist das soo wahr.

    Liebe Grüße,
    Franzi

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  4. Vielen Dank für deinen Bericht und die ausführliche Beschreibung + Tipps.
    Leider wohne ich nicht in so einer dafür idealen Gegend wie du und komm so auch nicht so schnell zu so einer, aber ausprobieren wollte ich soetwas neben der Portraitfotografie(etc.) schon immer mal gerne und danke dir noch einmal für diesen Post :).

    Deine Ergebnisse gefallen mir sehr gut, gerade die Idee mit der Person finde ich sehr schön.
    Ich kann mir vorstellen, das du die Lichter als störend empfindest, finde persönlich allerdings, das sie eine tolle Gesamtstimmung bringen.
    Gerade im ersten Bild, wo das Licht stark am Horizont zu sehen ist, finde ich es sehr schön :).

    Liebe Grüße,
    Jenny

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  5. Oh, danke für diesen Beitrag - da bekomme ich gleich Lust, heute Abend auf's nächste Fed loszuziehen!
    Deine Fotos sind wunderschön geworden, vor allem da,s wo man deine Shilhouette gerade noch so erkennt... wow.

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