Society



Ich habe gestern schon auf Facebook ob Interesse an Texten besteht. Ich habe tatsächlich nach einigen Monaten Pause einen kleinen Text hingekriegt. Ich hatte ja früher einen Textblog wie einige wissen, aber habe das Schreiben dann aufgegeben. Doch ich merke das mein Deutsch immer schlechter wird, und möchte es mit regelmäßigen Texten verbessern. Ich hoffe euch gefällt es! Und schreibt mir bitte Tipps, ich bin noch ein bisschen ungeschickt. 


5:30. Der Wecker klingelt. Aufstehen. Kaffe. Dunkel und stark. Der kräftige Geschmack weckt sie auf, nach einem Schluck kippt sie das lauwarme Getränk weg. Noch verschlafen zieht sie sich an. Schwarze Hose. Weiße Bluse. Jacke. Die gleichen Schuhe wie jeden Tag.  Sie drücken etwas an den Seiten, doch es sind die einzigen Schuhe, die sich für ihre Arbeit eignen.
6:10 Sie schließt die Tür hinter sich ab. Ihre Wohnung ist komplett dunkel, und in der Straße ist es still. Nichts rührt sich. Das einzige Geräusch ist das ferne Rauschen der Autobahn. Sie folgt der Straße, und geht bis zur Bushaltestelle. Sie ist zu früh. Wie immer. Und wie immer kommt der Bus zu spät.Als er endlich um die Ecke biegt, sind ihre Finger schon kalt, und taub. Sie verflucht sich dafür, dass sie ihre Handschuhe vergessen hat.
Als sie in den Bus einsteigt, stellt sie fest, dass ihr Lieblingsplatz besetzt ist. Ein Platz am Fenster, der den perfekten Blick nach draußen ermöglicht. Doch jetzt im Winter ist es noch dunkel draußen, sodass sie sich gleichgültig auf einen anderen Platz setzt. Sie schließt die Augen. Angestrengt versucht sie gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Doch die Müdigkeit siegt. Ihre Augenlider werden schwer, und nach kurzer Zeit ist sie eingeschlafen.
Sie stellt sich vor, sie würde nicht auf dem Weg zur Arbeit sein. Sie stellt sich vor, dass dieser Bus ihr Ticket in die Ferne ist. Der Beginn einer Reise. Sie ist auf den Weg in die Berge, an die See, in Gegenden, deren Namen sie nicht einmal kennt. Schon alleine der Geschmack des Wortes Ferne weckt eine tiefe Sehnsucht in ihr. Die kleine Tasche die sie bei sich trägt, enthält ihr Ticket für die Reise. Ihre Fahrt führt sie in verschlungene Täler, mit Bächen die die Hänge hinab tosen. Wolkenfetzen fliegen durch die Luft, nur hin und wieder geben sie den Blick auf die mächtigen Berge frei, deren schneebedeckten Hänge den Winter ankündigen. Die Wälder erstrecken sich bis hoch an die schroffen Felsen, nur selten werden sie von Wiesen unterbrochen, auf denen Kühe unermüdlich grasen. Der Zug verlässt das Tal, und fährt hinaus zur Küste. Der blaue Himmel erstreckt sich ewig, nur ein Vogelschwarm schwirrt unablässig über der See. Wellen schlagen unermüdlich an die Küsten. Strände, verlassen und doch so einladend. Sie spürt das Wasser zwischen ihren Zehen. Sie spürt das Salz auf ihrer Zunge.  Sie atmet die frische Luft ein. Noch nie hat sie solch ein Gefühl von Freiheit verspürt, noch nie hat sie sich so unabhängig gefühlt.  Der Zug setzt seine fahrt durch die ewigen Ebenen weiter. Unermüdlich fährt er von Stadt zu Stadt. Neue Leute steigen hinzu. Familien. Kinder. Einsame Erwachsene wie sie selber. Junge Leute an der Schwelle des Lebens, die ihre Träume leben wollen. Alle getrieben von einem Fernweh, welches den Menschen ständig in Bewegung hält.  Als der Zug an seiner Endstation hält, ist für die meisten die Reise nicht zuende. Eine Fähre trägt sie mit ruhigen schaukelnden Bewegungen zu den Inseln.  Eis versperrt hin und wieder den Weg, doch als sie am Ziel ankommt, wandert sie über ewige Gletscher, Schneefelder und zu den heißen Quellen. Unermüdlich fließt heißes Gestein an die Erdoberfläche. Sie steht dort. Sie hat ihr Ziel erreicht. Am Ende der Welt.

6:30 Plötzlich klingelt ein Handy, und weckt sie auf. Das schrille Geräusch schmerzt in ihren Ohren. Sie sieht, dass sie an der Haltestelle steht, direkt vor ihrer Arbeitstelle. Die Büros, in denen sie tagtäglichen Papierstapel abarbeitet. Der Ort, der ihr seit Jahren so verhasst ist. Tag um Tag die gleiche Monotonie. Die gleichen Gesichter. Heute bleibt  sie sitzen, als der Bus die Türen schließt. 

Comments

  1. Der Text gefällt mir sehr gut! Ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen, mehr von dir zu hören :)

    http://lus-leben.blogspot.de/

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  2. Ich habe sogar großes Interesse an Texten, meine hauptsächlichen Posts sind ja auch Texte und na ja, mein Buch besteht aus einem langen Text. hihi
    Finde ich gut, dass du es wieder aufleben lässt.

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  3. Mir gefällt der Text auch total gut, man kann sich alles sehr gut bildlich vorstellen. Hast auf jeden Fall ein Talent dafür. :)

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